7 Wege um nach den Sternen zu greifen

Wie ihr wisst wurde meine Liebe zu Sternen und Sternbildern (deren Aussehen, Herkunft, mythologischen Hintergrundgeschichten,...) ja durch die Bildbetrachtung von "Il Pesellos" Florentiner Darstellung des nördlichen Sternenhimmels aus dem Jahr 1442 wieder geweckt (#wasbildbetrachtungkann). Seither hat mich das Thema nicht losgelassen.

 

Die folgenden Liste, die ich mit euch teilen möchte, enthält 7 persönlich geprägte Punkte, die ich zusammen gestellt habe um Sonne, Mond und Sternen zumindest metaphorisch näher zu kommen: 

 

1) Hinaufschauen

Öfter mal im Freien den Blick nach oben in den Nachthimmel richten. Wahrnehmen, was da ist...Wie dunkel ist das Firmament? Wieviele Sterne kann ich sehen? Ist heute überhaupt einer sichtbar? Welche Geräusche nehme ich wahr? Wie fühlt sich der Raum um mich an? 

Alljährlich Mitte August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen "109P/Swift-Tuttle", dessen Staubspur den Sternschnuppen-Regen der Perseiden erzeugt. Der Name kommt daher, dass es so aussieht, als würden die Sterne aus dem Sternbild des Perseus fallen. 

In diesen besagten Sommernächten der Perseidenschauer habe ich mich mitten auf einen Acker gestellt und in der Stille der Nacht insgesamt 7 Sternschnuppen erblickt - dabei die größte die ich bisher gesehen habe. Nach dem kurzen Schockmoment (weil Feuerball mit Feuerschweif, der auf die Erde zurast!!!) war ich so gerührt und von Dankbarkeit erfüllt, dass sich meine Wünsche hinten anstellen mussten. ;) Der Blick in die Weite Ferne des Weltalls relativiert vieles und regt zur Reflexion über unser eigenes Dasein an. In ihrem wunderschönen und so passenden Gedicht "Stars" erinnert uns die amerikanische Schriftstellerin Mary Oliver daran, wie wir inspiriert durch den Blick zu den Sternen, vor allem über das aufmerksame Zuhören in Verbindung mit unserer Umwelt und der Natur (zu der wir ja auch gehören) treten können...

 

Mary Oliver "Stars" 

 

Here in my head, language

keeps making its tiny noises.

How can I hope to be friends

with the hard white stars

whose flaring and hissing are not speech

but pure radiance?

How can I hope to be friends

with the yawning spaces between them

where nothing, ever is spoken?

Tonight, at the edge of the field,

I stood very still, and looked up,

and tried to be empty of words.

What joy was it, that almost found me?

What amiable peace?

Then it was over, the wind

roused up in the oak trees behind me

and i fell back, easily.

Earth has a hundred thousand pure contraltos-

even the distant night bird

as it talks threat, as it talks love

over the cold, black fields.

Once, deep in the woods,

I found the white skull of a bear

and it was utterly silent-

and once a river otter, in a steel trap,

and it too was utterly silent.

What can we do

but keep on breathing in and out,

modest and wiling, and in our places?

Listen, listen, I’m forever saying.

Listen to the river, to the hawk, to the hoof,

to the mockingbird, to the jack-in-the-pulpit-

then I come up with a few words, like a gift.

Even as now

Even as the darkness has remains the pure, deep darkness.

Even as the stars have twirled a little, while I stood here,

looking up, 

one hot sentence after another. 

 

 

2) Auf ins Planetarium!

Ende Oktober war ich erstmals im Zeiss-Planetarium in Wien, für die Vorstellung "5 Sternbilder in einer Stunde". Im Frühling, Sommer Herbst und Winter kann man je 5 unterschiedliche Sternbilder bei einem Live-Vortrag kennen lernen. Dort war es zwar - na no na - sehr dunkel [ich (panisch): "Sind Fluchtwege gekennzeichnet?" Leon: 🙄], aber soso toll!! Für die Jahreszeit Herbst standen neben der große BärIN und dem kleinen Bär, Andromeda, Cetus, Kassiopeia, Pegasus, Perseus am Programm. Was wir außerdem Besonderes gelernt haben: der große Wagen im Norden ist gar kein eigenes Sternbild sondern der Asterismus (auffällige Sternenkonstellation) der großen Bärin.

Tipp: Unbedingt deren spannendes, restliches Angebot checken - da ist wirklich aus jedem Themengebiet was dabei! Außerdem gibt es zum Beispiel in Wien immer wieder Sternwanderungen oder Vorträge, wie etwa am 20. Jänner 2018 um 14.00: "Sterne finden leicht gemacht - Das 1x1 der Himmelsbeobachtung". Mehr Kurse rund um Astronomie gibt's auf www.waa.at

 

3) Zur Lektüre greifen und Unterstützung durch Apps holen 

"Die Reise zu den Sternen. Sagen und Mythen der Sternbilder" von Traudi Reich ist als Kinderbuch konzipiert; hier werden die Sagen und Mythen der Sternbilder aus der griechischen Mythologie zu einer Geschichte verwoben. 

Letztens hielt außerdem die Leseprobe von "Das Universum in deiner Hand" in meiner Hand. Der Stephen Hawkings Schüler Christophe Galfard hat seine "unglaubliche Reise durch die Weiten von Raum und Zeit und zu den Dingen dahinter" auch sehr erzählerisch aufgebaut und durch bildhafte Erzählungen lässt es sich bekanntermaßen am besten lernen. 

Weitere Lesempfehlungen? Wie immer gerne in den Kommentaren gesehen! 

Ob man sich eher für den wissenschaftlichen Hintergrund, für die Mondzyklen oder Astrologie interessiert, es gibt für alles auch unterstützende Apps für Smartphone und Tablets...für die live Identifikation der Sternbilder am Nachthimmel nutze ich die App P.M. Planetarium (kostenpflichtig). Nach Ortsangabe einfach Smartphone Richtung Himmel strecken und die Sterne werden am Bildschirm durch Linien verbunden und formieren sich so zu den Sternbildern. 

  

4) Der Sternenkunst nachreisen

Welch' Zufall! Im Lentos Museum in Linz läuft noch bis 14. Jänner die Ausstellung "Sterne. Kosmische Kunst von 1900 bis heute". 

Natürlich gibt es auf der ganzen Welt Kunst, die sich mit Sternen und Sternbildern beschäftigt, in Büchern wie auf Leinwänden, als Installationen oder in Bauwerken. Wenn es Zeit und Geld zulassen kann man diesen nachreisen: zum Beispiel von Florenz über Padua bis New York. Von il Pesellos Sternbildern in Florenz bis über die die älteste Turmuhr Italiens  (1427 - 1437) an der Residenz in Padua mit Anzeige der Mondphasen und Tierkreiszeichen (rätselhafterweise ohne Waage), bis zur Decke des größten Bahnhofs der Welt: der Grand Central Station New York, die einen  "auf dem Kopf stehenden" Sternenhimmel mit 2.500 Sternen, Äquator, Ekliptik und den Figuren der Tierkreiszeichen zeigt.

Oh, da könnte man sich vertiefen...

 

5) Eine Pinnwand oder ein Moodboard anlegen

Ob analog oder digital, eine Sammlung an Bildmaterial aus Zeitschriften oder dem Internet zusammenzutragen ist immer eine schöne Sache, wenn man auf neue Ideen kommen möchte. Auf Pinterest hab' ich mir die Pinnwand "Sonne, Mond und Sterne" angelegt - kommt gerne stöbern und merkt euch Beiträge! ;) 

 

6) Selbst etwas gestalten

Natürlich stellt sich immer die Frage: Wieviel "Inspiration" brauchen wir tatsächlich? Da halte ich es gerne wie die großartige Xenia Hausner: "es geht um Stimulation von Einfällen (...), ansonsten ist der Stoff in einem angelegt und der muss raus".  

Nehmt Aquarellfarben oder Buntstifte und ein Blatt Papier zur Hand und malt einfach drauf los: Welche Bilder tauchen auf, wenn ihr an einen Sternenhimmel denkt? Geht es mehr um Farben oder soll man Figuren z.B. diejenigen der Sternbilder erkennen können? Fallen euch eigene Sternbilder ein, die ihr noch dazu "erfinden" möchtet? 

7) Der Himmel auf Erden: Ein Sternenhimmelprojektor und eine Sternendecke, die im Dunkeln leuchtet...oh my!

Ich will hier niemanden zu unnötigem Konsumverhalten anregen (Weihnachten und so), es gibt derzeit nur so spannende Dinge im Handel, die genau zu dem Thema passen und es deshalb verdienen hier erwähnt zu werden. Bei weiterführendem Interesse, folgt den farbig markierten Links: 

 

Danke an alle, die immer wieder an mich gedacht haben und mir Empfehlungen, Nachrichten und Geschenke (siehe oben) zukommen haben lassen, sodass sich daraus die Idee zu dem Blogpost entwickelt hat! :) 

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