"AUSFLUG" INS GLUTENFREIE MUSEUM

 

Kennt ihr den schon? Protagonisten aus Meisterwerken der Kunstgeschichte treffen auf "gesunde" Ernährung. In einem glutenfreien Museum. 

Der Witz daran: es handelt sich um kein echtes Museum sondern um einen Tumblr-Blog mit dem originellen Namen "Gluten Free Museum""Wie sehe die Welt der Kunst ohne Gluten aus?" scheint dabei der Leitsatz des französischen Grafik-Designers Arthur Coulet zu sein, der auf dieser Spielwiese seine sehr kreativen und ironischen Ergebnisse präsentiert. 

 

Aus weltberühmten Gemälden, Fotografien, Werbepostern und Filmstills werden Weizen und Co. von ihm Korn für Korn wegretuschiert und authentisch wirkend kaschiert. "Kein Bett im Kornfeld" also, wie DIE ZEIT in einer Rezension des Blogs humorvoll titelt, in Bezug auf die Veränderungen, die Coulet an Van Goghs "Mittagsrast" (nach Millet)  vorgenommen hat. Coulet reagiert dabei auf den vorherrschenden Trend sich glutenfrei zu ernähren. 

 

Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer und Roggen sind seit einiger Zeit verstärkt wegen ihres bestimmten Klebereiweißes (Mischung aus Proteinen) in Verruf geraten. Gluten sind in aller Munde - oder eben nicht: "Weizenwampe" ist out, "GF"-Linie ist in. Glutenfrei soll gesünder sein. Ein breit gesätes Angebot von Ratgebern und Kochbüchern über glutenfreie Ernährung gehen weg wie warme, glutenhaltige Semmeln. In den USA werden mit glutenfreier Ernährung Milliarden geerntet - äh, gescheffelt. Auch hierzulande finden sich zahlreiche Abnehmer und Anhänger einer glutenfreien Diät. Für rund ein bis zwei Prozent der (österreichischen) Bevölkerung stellen Gluten tatsächlich ein Problem dar. Sie leiden an Zöliakie, was sich kurz gesagt durch eine entzündliche Erkrankung der Darmschleimhaut bemerkbar macht. Einige andere leiden unter einer "nicht Zöliakie-bedingten Glutensensitivität" und die nehme zu (Quelle: orf.at).

 

Gluten unverträglich oder sensitiv, definitiv am gesündesten ist ein virtueller Abstecher in das Museum, weil glutenfrei und mit Schmunzel-Garantie; und so soll es auch sein: "It is a joke" verkündete Coulet in einem Interview mit BBC-Trending. Außerdem werfe man einen noch genaueren Blick auf bisher bekannte oder unbekannte Werke der Kunstgeschichte und entdecke neue Details. Das gefällt mir besonders gut daran! Wer hätte neben Vermeers berühmter Dienstmagd mit Milchkrug dem Brot vorne am Tisch sonst so viel Aufmerksamkeit geschenkt?

 

Beim Durchschauen der Bilder habe ich mich gefragt ab wann denn das dargestellte Gebäck schon glutenfrei hätte sein können. Zum Beispiel die Torte von Jeff Koons aus den 1990er Jahren... "Seit wann gibt es denn glutenfreie Produkte am Markt?", habe ich daher im Zum Wohl nachgefragt, das zu 100% glutenfreie und laktosefreie Lebensmittel serviert, aber dort konnte man mir keine eindeutige Antwort geben. Auch im Internet konnte ich bei meinen Recherchen dazu keine genauen Angaben finden. Vielleicht hat jemand von euch nähere Angaben dazu? Es wäre eine aufschlussreiche Info. für meine heiß geliebte Kategorie "Unnützes Wissen". ;)

 

Gelernt habe ich durch den Tumblr-Blog zum Beispiel auch, dass in Ketchup und Soßen, oder sogar in Bier, wie dem Guinness Gluten enthalten sind. Darum habe ich auf einer Party gleich einen geistreichen Kommentar geschoben: "Dein Shirt ist nicht glutenfrei" meinte ich zu einem Freund, der ein T-Shirt mit Guinness-Aufdruck trug. Im Stile des Gluten Free Museums habe ich nachträglich dann ein Foto im Photoshop bearbeitet, um es hier als Titelbild zu verwenden. 

 

Seid ihr schon dort gewesen? Welches ist euer Lieblingsbild aus dem Gluten Free Museum? 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0